Karriere?

Karriere reimt sich nicht auf Kollege

 

MITarbeiter, Kollegen (die uns verbundenen)

 

Die Worte finden noch Verwendung, der Inhalt ist häufig verlorengegangen.

 

Prämiensysteme und Hierarchien lassen starke Konkurrenzen entstehen, es gibt viele Einzelkämpfer, die nur ein Ziel haben: die anderen möglichst weit hinter sich zu lassen, um selbst für sich möglichst viel vom Kuchen zu erlangen. Dabei ist jegliches Unternehmensziel zweitrangig  oder gar unwichtig.

Woran der Einzelne gerade arbeitet, ist nicht erkennbar, das will auch niemand wissen, solange immer wieder spektakuläre Aktionen abgefeuert werden. Hilfreich sind dabei detaillierte Statistiken und endlose Listen. Und natürlich mail-verteiler. Umfangreiche Wortbeiträge in jedem meeting unterstreichen die Wichtigkeit der eigenen Tätigkeit und Person: ja, man ist am Ball, immer opferbereit in vorderster Linie.

Dass hierbei Ideen und Vorstellungen von anderen Kollegen und Abteilungen vorgestellt werden ist nicht zufällig.  Man ist eben zuerst mit seinem Beitrag dran gewesen, und dass die Idee keine eigene ist, hat man vergessen zu erwähnen. Und wenn der eigentliche Urheber aufmuckt, sieht das für ihn doch recht fadenscheinig aus, sowas behauptet der immer wieder.

 

Oder man vermeldet  ganz einfach: wir haben darüber gesprochen. Damit ist man Mit-Urheber.

 

Um neben diese Tätigkeiten noch die eigentliche Arbeit leisten zu können, müssen jetzt Mehrstunden her. Abends als  einer der letzten zu gehen, um dann noch den tragbaren Rechner mitzunehmen, das zeugt schon von Einsatz. Aber das gehört eben in dieser Stellung dazu. Und muß bezahlt werden, das kann beim nächsten Gespräch schon mal mit auf die Agenda.

 

Übrigens: das aufgezeigte Verhalten muß nicht unbedingt dem " Weiterkommen" dienen. Es eignet sich auch  einfach nur dazu, völlige Untätigkeit und Ambitionslosigkeit zu verschleiern. Hier wie dort ein Tintenfisch, einer mit Ziel, einer gänzlich ohne, außer Abhängen am Arbeitsplatz.